Aluminium & die Problematik dahinter

Aluminium wird oft als Plastik Ersatz verwendet, beispielsweise als Brotbox oder Trinkflasche, doch sind Produkte aus diesem Metall tatsächlich umweltfreundlicher? Mit dieser Frage im Kopf habe ich angefangen mich intensiv mit dem Thema Aluminium auseinander zu setzen. 

Dass Aluminium nicht sehr umweltfreundlich ist, habe ich mir schon gedacht, das Ergebnis meiner Recherche hat mich dann schon erschrocken und es beschäftigt mich noch immer sehr. 

Im Folgenden Artikel möchte ich euch über das Problem mit dem Aluminium aufklären. Der Schwerpunkt wird dabei auf der Gewinnung vom Aluminium und dem Problem des Recyclings durch schlechte Mülltrennung liegen.

Verwendung

Aluminium ist eines der beliebtesten Metalle, es ist sehr leicht, biegsam, rostfrei, hitzebeständig und leitfähig. Aufgrund dieser Eigenschaften ist es vor allem im Konstruktions- und Transportbereich sehr beliebt. Das Metall wird hauptsächlich im Fahrzeug-, Flugzeug- und Schiffbau, in Leitungen und Konstruktionselementen sowie als Verpackungsmaterial verwendet. 

Weltweit wird in Deutschland am meisten Aluminium verbraucht. Der größte Verbraucher ist dabei die Autoindustrie. Ca. 150 kg Aluminium sind in jedem PKW verbaut. 20 % des Gesamtverbrauchs werden als Verpackung genutzt. Aufgrund der Geschmacksneutalität und der Lichtundurchlässigkeit bestehen beispielsweise Kaffeekapseln, Konservendosen, Joghurtdeckel und Getränkedosen aus dem Metall. 

Zudem wird Aluminium als Antitranspirant in Deos und als Bestandteil von Medikamenten genutzt, zudem reguliert es die Beschaffenheit von Cremes. 

Gewinnung

Aluminium kommt in der Natur nur in gebundener Form vor. Es befindet sich in der Erdkruste in Form von Oxiden und Aluminiumsilicaten und wird aus dem Erz Bauxit gewonnen. Die Aluminiumgewinnung aus dem Erz bringt jedoch sehr viele Umweltprobleme mit sich. 

Der Aluminiumanteil im Bauxit beträgt ca. 60 %. Das Erz wird im Tagebau gefördert. Das Hauptvorkommen liegt in den Regenwäldern und zurzeit wird hauptsächlich in Australien, China, Brasilien, Guinea, Indien & Jamaika gefördert. Um an die Gesteinsschicht zu gelangen werden in diesen Ländern sehr große Flächen an Ur- und Regenwald gerodet und der Boden wird abgetragen. 

Um das reine Aluminium zu gewinnen, wird das Bauxit zusammen mit Natronlauge erhitzt (Bayer-Verfahren). Bei dem Prozess entstehen Aluminiumhydroxid und der sogenannte Rotschlamm. 

Bei dem Rotschlamm handelt es sich um ein Abfallprodukt. Bei der Herstellung von einer Tonne Aluminium fallen bis zu vier Tonnen Rotschlamm an. Der Schlamm enthält viele toxische Chemikalien, unter anderem giftige Schwermetalle wie Blei, Cadmium & Quecksilber und kann nicht weiterberarbeitet werden. 

Je nach Reglung des Landes wird der Rotschlamm entweder in offenen Auffangbecken deponiert oder einfach in Flüsse und Seen geleitet, die in der Nähe liegen. 

Die Flüsse und Seen werden so von den feinen Partikeln des Schlamms verschlammt, wodurch Poren und Hohlräume verstopft werden, was wiederum einen schnellen Tod für Tieren und Pflanzen bedeutet. Es werden jedoch nicht nur die Ökosysteme zerstört, sondern auch die Gesundheit der Anwohner wird geschädigt. Aber auch in den Deponien kommt es regelmäßig zu Lecks und Dammbrüchen der Becken. Die schlecht abgedichteten Deponien belasten das Grundwasser mit Schwermetallen, was zu einer langfristigen Gefahr für die Gesundheit der Menschen in der Umgebung wird.    

Ein Beispiel für das große Risiko dieser Deponien ist der Dammbruch im Oktober 2010 in Ungarn. Bei dem Bruch überschwemmten ca. eine Million Kubikmeter Rotschlamm die Umgebung. Mehrere Dörfer wurden von der Schlammwelle überflutet, zehn Menschen starben, 150 wurden verletzt und viele Häuser wurden zerstört. Zudem floss der giftige Schlamm über einen Nebenfluss in die Donau und verursachte gravierende Schäden an der Flora und Fauna. 

Zur Umwandlung von Aluminiumhydroxid in Aluminium nutzt man das Elektrolyseverfahren, welches extrem energieaufwändig ist. Um eine Tonne Aluminium herzustellen werden 15 Megawatt Stunden Strom benötigt, das ist die Menge an Strom, die ein zwei Personen Haushalt in fünf Jahren verbraucht. Die energieaufwändige Produktion lohn sich nur dann, wenn sehr günstiger Strom verfügbar ist. Deshalb werden an den Produktionsorten oft große Wasser- und Kohlekraftwerke errichtet, für die Regenwald abgeholzt und Lebensraum zerstört wird. Auch tragen die Wasserkraftwerke durch das entstehende Methan zum Klimawandel bei.  (Das Methan entsteht bei der Zersetzung von Pflanzenresten unter Wasser.)

Zusätzlich entstehen bei der Verhüttung weitere klimaschädliche Gase wie fluorierende Kohlenwasserstoffe (6000-9000 mal schädlicher als CO2). Diese schädigen Flora, Fauna und Anwohner. Sie führen beispielsweise zu Atemwegserkrankungen, Knochenschäden und Hautproblemen.

Die Frage, ob durch die Aluminiumherstellung notwendige Gelder und Entwicklungen in die Produktionsländer kommen muss auch verneint werden. 

Zunächst entstehen durch den Aufbau der Werke große Schuldenberge, für deren Zinszahlung jahrelang Geld in die reichen Länder fließt. Um ausländische Unternehmen anzuwerben, werden die Anfangskosten für die Errichtung von Werken oft vom Staat gezahlt. 

Weitere finanzielle Vorteile wie Steuerbefreiung, zollfreie Einfuhr von Betriebsmitteln und Einkommenssteuerbefreiung ausländischer Angestellter sollen Firmen anlocken. Somit entstehen für die Bevölkerung des Landes nur wenige Arbeitsplätze, jedoch oft soziale und ökologische Probleme. Auch ist das abgebaute Erz bzw. das hergestellte Aluminium vorrangig für den Export bestimmt. 

Recycling

Das Recyceln von Aluminium ist wesentlich weniger Umweltschädlich, als die Neugewinnung des Leichtmetalls, schon alleine deswegen, weil nur 5 % des Energieaufwandes dazu notwendig ist. Aluminium lässt sich vollständig recyceln. Damit dies möglich ist, muss es jedoch zuallererst in der gelben Tonne landen. Große Mengen landen im Restmüll und können so nicht wiederverwertet werden. 

Es besteht jedoch ein Problem für die Wiederverwertung, wenn das Aluminium im Lebensmittel- und Verpackungsbereich eingesetzt wird. So können Verbundverpackungen (Kaffeeverpackungen, Getränkekartons), noch nicht vernünftig recycelt werden, da das Aluminium bisher nicht effizient von den anderen Bestanteilen getrennt werden kann. Daher werden die Verpackungen in der Regel verbrannt und nicht recycelt. Ein weiteres Problem sind Aluminium Produkte, die bedruckt sind (Joghurtdeckel, Alu Dosen). Wenn diese zum Recyceln eingeschmolzen werden, können durch die Aufdrucke organische Giftstoffe freigesetzt werden. 

Aluminium ist schädlich für den Körper

Aluminium ist vor allem dann schädlich für den Körper, wenn dieser über eine längere Zeit regelmäßig mit dem Metall belastet wird. Es wird vermutet, dass Aluminium das Nervensystem schädigen, den Knochenstoffwechel beeinträchtigen und die Fruchtbarkeit vermindern kann. Zudem soll es sich negativ auf Ungeborene auswirken. Auch wurde ein möglicher Zusammenhang zwischen Aluminium und Alzheimer, sowie zwischen Alzheimer und Krebs festgestellt. 

Der größte Teil an Aluminium wird über die Nahrung aufgenommen. Viele Lebensmittel enthalten Aluminiumverbindungen von Natur aus und 90 % davon können wieder ausgeschieden werden. 

Es wird erst dann zum Problem, wenn saure, basische und salzige Lebensmittel zusätzlich mit Aluminium in Kontakt kommen. Beispielsweide durch das Einwickeln in Alufolie. Diese Lebensmittel greifen das Metall an und Aluminium Ionen lösen sich aus den Verbindungen und können in das Essen übergehen. Dabei werden die Grenzwerte, welche von der EFSA empfohlen werden, oft deutlich überschritten. 

Bei den folgenden Lebensmitteln sollte der Kontakt mit Aluminium vermieden werden:  

  • Frucht- und Essigsäure: Tomaten(sauce), Obst
  • Basisch: Laugengebäck (welches auf Al-Blechen hergestellt wurde)
  • viel Salz: Marinaden

Tuben und Getränkekartons in denen Aluminium mitverarbeitet ist, sind normalerweise unbedenklich, da das Metall zusätzlich beschichtet ist, damit kein Kontakt zu dem Produkt entsteht. 

Über die Haut können Aluminium Ionen mühelos in den Körper kommen und sind innerhalb weniger Minuten im Blut nachweisbar. So sind bei Kosmetika viel geringere Mengen an Aluminium schädlich für die Gesundheit. Vor allem sollte man bei Deodorants, Sonnencreme und auch Lippenstift darauf achten, dass kein Aluminium enthalten ist. 

Gibt es „sauberes“ Aluminium

Logischerweise ist das erst gar nicht verbrauchte Aluminium das „sauberste“. Jede Verpackung aus Aluminium, die vermieden wird, verringert die Schäden für die Umwelt. Wenn die Verwendung nicht vermeidbar ist, dann sollte das Produkt oder die Verpackung im Anschluss entsprechend recycelt werden. Auch wenn es inzwischen Aluminiumwerke gibt, die weniger schädliche Verfahren nutzen, sind die Probleme wie die Landschaftszerstörung beim Bauxitabbau und der klimaschädliche Transport nach wie vor ungelöst. 

Lösungen/Alternativen

Tatsächlich ist es sogar recht einfach auf Aluminium zu verzichten. Um unterwegs keine Lebensmittel kaufen zu müssen, die in Aluminium verpackt sind, kann man sich sein Essen Zuhause vorbereiten und mitnehmen. Zum Transport sind Papiertüten, Kunststoffboxen (BPA frei), Boxen aus Glas oder Edelstahl gut geeignet. Statt Getränkedosen und Tetrapacks, kann man beispielsweise Mehrwegflaschen aus Glas verwenden. Produkte wie Senf sollte man im Glas, anstatt in der Tube kaufen. 

Wenn man mal nicht auf das Aluminium verzichten kann, sollte es nach einem möglichst langen Gebrauch entsprechend entsorgt und recycelt werden. 

Vor allem im Bezug auf Kosmetik ist es sehr ratsam auf das Metall zu verzichten. Der Umstieg auf aluminiumfreie Naturkosmetik (Deodorant, Sonnencreme, Lippenstift, Zahnpasta) ist sehr empfehlenswert. 

Fazit

Aluminium ist ein viel zu wertvoller Rohstoff, um einfach als Wegwerfprodukt verschwendet zu werden. Die oft sehr kurze Nutzungsdauer steht in keinem Verhältnis zum Verbrach der Ressourcen und dem Schaden an der Umwelt, der bei der Produktion entsteht. 

Aluminium sollte als Verpackung sowie als Inhaltsstoff vermieden werden. Wenn dies jedoch nicht möglich ist, ist es wichtig, das Produkt so effizient wie möglich zu nutzen und nach dem Gebrauch richtig zu entsorgen, damit es wiederverwertet werden kann. 

Am Umweltfreundlichsten und am gesündesten ist es nach wie vor unverpackte, aluminiumfreie Produkte und Lebensmittel zu kaufen. 

Quellen:

https://www.regenwald.org/themen/aluminium#start

https://www.regenwald.org/themen/aluminium/fragen-und-antworten#start

Wie schädlich ist Aluminium für Umwelt und Gesundheit?

Caro

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