Palmöl

Palmöl ist heutzutage auf so gut wie jeder Inhaltsliste zu finden. In Lebensmitteln, Kosmetik, Reinigungsmitteln und Treibstoff. Es ist das meist produzierte Pflanzenöl und wird aufgrund seines niedrigen Weltmarktpreises geschätzt. 

Großkonzerne schöpfen riesige Gewinne, während Kleinbauern um ihr Land und somit ihrer Lebensgrundlage beraubt werden. 

Die Folgen des hohen Palmölkonsums sind gravierend: Vertreibung, Artensterben und Regenwaldrodungen. 

Im Folgenden möchte ich Euch ein wenig über den Anbau der Ölpalmen, die Herstellung und Verwendung des Öles und die Folgen, die durch den Anbau und den Konsum entstehen aufklären. 

Die Ölpalme wird mittlerweile hauptsächlich in Indonesien, Malaysia, in Südamerika & Afrika angebaut. Die Fruchtstände der Palme müssen wegen ihrer hohen Verderblichkeit sofort nach der Ernte weiterverarbeitet werden. Dabei wird das Palmöl aus den Früchten und das Palmkernöl aus den gemahlenen Samen gewonnen. 

Die Früchte der Ölplame werden dafür bei hohen Temperaturen und unter Druck in den so genannten Palmölmühlen gepresst. Zuerst erhält man dann das organgerote, cremige Rohpalmöl (Crude Palm Oil, CPO). Durch Raffination, bleichen und desodieren werden unerwünschte Fest-, Farb-, Geruchs- und Geschmacksstoffe aus dem Öl entfernt (RBD Palm Oil). Eine andere Möglichkeit wäre das Öl mit Lösungsmitteln zu extrahieren. 

Der günstige Preis, der durch die hohe Ertragskraft entsteht, und die vielseitige Verwendbarkeit machen das Pflanzenöl so attraktiv für die Industrie. 

Mit 66 Mio. Tonnen pro Jahr, auf einer Fläche von ca. 27 Mio. Hektar ist Palmöl das meist produzierte Pflanzenöl weltweit. 

In der EU werden 61 % des importierten Palmöls für die Energieerzeugung verwendet. Davon werden 51 % zur Produktion von Biodiesel und 10 % für Strom- und Wärmeerzeugung in Kraftwerken genutzt. 

Mit einem jährlichen Verbrauch von ca. 1,4 Mio. Tonnen und einen Pro-Kopf-Verbrauch von 18,5 kg ist Deutschland einer der größten Verbraucher von Palmöl in Europa.   

Palmöl hat auch eine große Verwendung in de Tierhaltung. Die Futtermittelbranche hat einen jährlichen Verbrauch von ca. 140.000 Tonnen und steht somit an dritter Stelle des Gesamtverbrauchs. Das Pflanzenöl wird in Mischfuttermitteln als Futterfett für verschiedene „Nutztiere“ verwendet. Aus diesem Grund vergrößert nicht nur der Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln, sondern vor allem der Konsum von Fleisch- und Milchprodukten den Verbrauch von Palmöl. 

Da die Ölpalme nur in den feucht-warmen Tropen gut gedeiht, werden riesige Regenwaldflächen gerodet und abgebrannt, um Platz für die Plantagen zu schaffen. Der in den Pflanzen gespeicherte Kohlenstoff wird bei der Verbrennung freigesetzt und sehr große Mengen an klimaschädlichen Gasen kommen so in die Atmosphäre. Zudem breiten sich die Feuer oft auch in den angrenzenden Urwaldflächen aus. 

Durch die Rodung der Regenwälder und deren Umwandlung in industrielle Monokulturen wird die große natürliche Vielfalt verschiedener Tier- und Pflanzenarten vernichtet. Seltene Tierarten, wie Orang-Utan, Borneo-Zwergelefanten und Sumatra-Tiger verschwinden so aus den Ökosystemen. Die Ölpalmenplantagen sind nicht mit den Tropenwäldern vergleichbar und nur wenige Tier- und Pflanzenarten können in diesen leben. 

Oft werden die Wälder sogar illegal und ohne Genehmigung abgeholzt und in Ölpalmenplantagen umgewandelt. Die Regierungen der Länder vergeben vor allem in Regenwaldgebieten große Konzessionen an die Konzerne. Dabei sind sehr oft Machtmissbrauch und Korruption im Spiel. Die Palmöl- und Tropenholzindustrie sind eng miteinander verbunden. Durch den Verkauf der gerodeten Tropenhölzer werden in den meisten Fällen die Anlagen der Ölpalmplantagen auf der Rodungsfläche finanziert. 

Die Palmölproduktion bringt in erster Linie für die Einwohner in den Anbaugebieten Leid und Elend mit sich. Die Kleinbauern und Ureinwohner werden oft brutal von ihrem Land vertrieben und verlieren ihr angestammtes Land an die Industrie. Ihre Lebensgrundlagen und ihre Kultur werden durch die Vertreibung zerstört. Durch den Qualm, welcher durch die Brandrodung entsteht, wird immer wieder ein großer Teil Südostasiens bedeckt und die Gesundheit der Einwohner gefährdet. 

Das Palmöl steht nicht nur wegen der schweren Schäden durch seinen Anbau in Kritik, sondern auch durch die negative Auswirkung auf die Gesundheit der Konsumierenden. In Palmöl kommen 3-MCPD- und Glycidol-Fettsäureester in besonders hoher Konzentration vor.

 „Bei der Verdauung kann Glycidol aus den Glycidol-Fettsäurestern abgespalten werden. Glycidol ist von internationalen Gremien als krebsauslösende Substanz eingestuft worden.“ (Bundesministerium für Risikobewertung)

Besonders problematisch ist die Verwendung von Palmöl in Säuglingsnahrung, da besondere Gefahr für Säuglinge besteht gesundheitlich bedenkliche Mengen an Glycidol aufzunehmen. 

Zudem wird der hohe Gehalt an gesättigten Fettsäuren (fast 50 %) von Experten kritisch gesehen, da sie vor allem für eine Verschlechterung der Blutfettwerte verantwortlich sind.  

Auch wenn manche Lebensmittelproduzenten mit der Verwendung von „nachhaltigem Palmöl“ werben, ist nicht davon auszugehen, dass das Öl aus einer nachhaltigen Produktion stammt. 

Eine solche  gibt es nicht, denn der in 2004, aufgrund der anhaltenden Kritik gegenüber Palmöl, gegründete Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO), welcher Zertifikate für „nachhaltig“ produziertes Palmöl vergibt, in seinen 43 Kriterien die Regenwaldrodung, die Trockenlegung von Torfmooren und den Einsatz von Pestiziden nicht ausschließt und keine Klimaschutzfaktoren berücksichtigt. 

Aus all den genannten Punkten zum Thema Palmöl ist es sehr zu empfehlen Produkte, die Palmöl enthalten zu vermeiden. Der Verzicht auf diese Produkte fällt mir persönlich nicht schwer, da ich über die negativen Folgen für mich und die Umwelt Bescheid weiß. Zwar mache ich auch hin und wieder mal eine Ausnahme, wenn mir keine Alternative zur Verfügung steht, doch habe ich es mir schon vor einiger Zeit zum Ziel gesetzt Palmöl zu vermeiden, wo es nur geht. 

Ich hoffe ich konnte Euch in diesem Artikel über die Problematik, die hinter dem Palmöl steckt und die damit verbundene Kritik gegenüber dem Öl gut aufklären und Euch vielleicht sogar von einem Verzicht auf Palmöl überzeugen.

Alles Liebe, Eure Caro!

Quellen: 

https://www.regenwald.org/themen/palmoel

Wie wirkt Palmöl auf Mensch, Tier & Umwelt?

https://www.regenwald.org/themen/palmoel/fragen-und-antworten#start

https://www.forumpalmoel.org/was-ist-palmoel/herausforderungen

Bild: https://pixabay.com/photos/palm-oil-oil-palm-agriculture-1022012/

carrotsrecipes

Eine Antwort auf „Palmöl

  1. Hi,

    ich stimme Dir weitestgehend zu! Als äußerst positiv empfinde ich, dass Palmöl mittlerweile deklariert werden muss und mir so als Konsument die Wahl leichter gemacht wird. Das hat zumindest bei mir bereits zu einem geänderten Konsumverhalten geführt. Es scheint jedoch Produkte zu geben, bei den Palmöl als Zusatzstoff durchaus Sinn macht – ich finde es immer wieder in Bio-Produkten (angabegemäß aus zertifiziertem Anbau), was dann für mich auch ok ist.

    Mal ganz davon abgesehen, dass bei einer frischen Zubereitung von Lebensmitteln Palmöl eigentlich keine Rolle spielt. Gegebenenfalls käme es als Fritierfett in Frage – eine gute Alternative ist das ebenfalls sehr hitzebeständige Erdnussöl, dass man in Frankreich in jedem Supermarkt findet.

    VG
    Peter

    Liken

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